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WERKWANDEL 1_22

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Das Fachmagazin zur Arbeits- und Betriebswelt von heute und morgen.

WERKWANDEL 01/2022 Arbeitswelt gestalten KURZ ERKLÄRT Freiwillige Zusatzleistungen Fringe Benefits im Schnelldurchlauf Hintergrund einer zunehmenden sowohl organisatorischen als auch technischen Vernetzung von Arbeitsbereichen ist auch die Möglichkeit von gruppen- oder bereichsbezogenen Kennzahlen (zum Beispiel Bereichsproduktivität) zu prüfen. Vor der Einführung eines Kennzahlenvergleichs (zum Beispiel Prämien- oder Akkordvergütung) stellen sich Fragen wie: ›› Wie sind die organisatorischen Rahmenbedingungen? Beim Einsatz von Kennzahlen müssen Arbeitsabläufe vorherbestimmbar und damit planbar sein. Unvorhersehbare Ereignisse, Störungen im Arbeitsablauf und eine unzureichende Prozessbeherrschung machen belastbare Leistungsvorgaben schwierig. ›› Können Leistungsvorgaben von einzelnen Beschäftigten wirklich beeinflusst werden? Abhängig hiervon kann ein individuelles oder ein gruppenbezogenes Leistungsentgelt vereinbart werden. Zielvereinbarung Bei einer Zielvereinbarung werden zwischen den Beschäftigten und der direkten Führungskraft Ziele vereinbart, die im Laufe einer festgelegten oder ebenfalls zu vereinbarenden Zielperiode erreicht werden sollen. Zielvereinbarungen werden in der Regel an zähloder messbaren quantitativen Größen festgemacht. Bei der Einrichtung eines Zielvereinbarungssystems: Grund für das Scheitern vieler Leistungsbeur teilungssysteme: Nach einer zeit- und kostenintensiven Einführung wird erwartet, dass das System »von allein« weiterläuft. ›› sind belastbare Kennzahlen notwendig, › › ist festzulegen, welche Unternehmensbereiche beziehungsweise Organisationseinheiten mit Zielen geführt werden, ›› ist zu vermeiden, dass die Ziele einzelner Unternehmensbereiche in Konkurrenz zueinander stehen, ›› ist sicherzustellen, dass die Ziele mit den Unternehmenszielen in Einklang stehen, ›› muss gefragt werden, ob die jeweiligen Ziele der entsprechenden Führungskraft in die individu elle Zielvereinbarung der Experten oder Spezialisten integriert werden können, ›› ist bei der Anwendung von durch Tarifverträge geregelten Zielvereinbarungssystemen auf die besondere Berechnung, gegebenenfalls sogar mit Abschlagszahlungen, zu achten. 40

WERKWANDEL 01/2022 Arbeitswelt gestalten Neben dem individuellen beziehungsweise teambezogenen Leistungsentgelt findet sich in der Praxis auch häufig eine erfolgsabhängige Vergütung, deren Höhe beispielsweise vom Unternehmenserfolg abhängt. Dieser Vergütungsbestandteil kann in Form von Boni, Tantiemen, Gewinnbeteiligungen oder Provisionen ausgezahlt werden. Auch hier sind die Rahmenbedingungen der Ausgestaltung zu klären. ›› Welche Kennzahl zur Bestimmung des Unternehmenserfolgs soll herangezogen werden? ›› Ab welchem Wert erfolgt überhaupt eine Auszahlung — und in welcher Höhe? ›› Welche Beschäftigtengruppen sollen am Unter nehmenserfolg partizipieren? Laut einer ifaa-Studie sind die folgenden Leistungen in der Metall- und Elektroindustrie besonders weit verbreitet: ›› Leistungen der betrieblichen Altersversorgung, ›› Angebote zur fachlichen Weiterbildung, ›› Gleitzeitregelungen, ›› Verpflegungsangebote (zum Beispiel betriebliche Kantine) und ›› anlassbezogene Geschenke. Neben den Leistungen selbst sollten Sie Fragen nach deren Kommunikation, dem Einholen von Feedback, dem Budget sowie dem Zugang der Beschäftigten zu diesen Leistungen klären. 5. Fringe Benefits Ergänzend zur finanziellen Vergütung bieten viele Unternehmen ihren Beschäftigten auch Benefits in Form von Waren, Dienstleistungen, Vergünstigungen etc. an. Sie wollen damit einerseits leistungsstarke Beschäftigte binden uznd andererseits ihre Arbeitgeberattraktivität im Wettbewerb um Fachkräfte steigern. Oft geht es auch darum, steuerliche Begünstigungen auszuschöpfen, um den Gestaltungsspielraum für das Entgelt zu maximieren. Literatur Hille S, Koczy A, Fityka M, Hofmann A, Zündorff D, ifaa — Institut für angewandte Arbeitswissenschaft (Hrsg.) (2018) Leistungsförderndes Entgelt erfolgreich einführen. Gestaltungshinweise und Umsetzungshilfen für den Einführungsprozess. Springer-Vieweg, Berlin Koczy A, Hille S, Feggeler A (2020) ifaa-Studie: Anreizund Vergütungssysteme in der Metall- und Elektroindustrie — Teil 2. Institut für angewandte Arbeitswissenschaft, Düsseldorf Autorin +49 211 542263-12 Amelia Koczy M. Sc. Wissenschaftliche Mitarbeiterin Fachbereich Arbeitszeit und Vergütung ifaa — Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. Amelia Koczy ist Arbeitswissenschaftlerin geworden, weil sie Arbeit produktiv und zugleich menschengerecht gestalten will. 41

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