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WERKWANDEL 2_2022

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WERKWANDEL -Schwerpunktausgabe Nachhaltigkeit WERKWANDEL widmet Nachhaltigkeit eine Sonderausgabe und betrachtet die Aktivitäten rund um das Thema aus verschiedenen Perspektiven: Wie gehen kleine und mittlere Unternehmen mit den Anforderungen um? Wie wird ein Nachhaltigkeitszielbild entwickelt? Welche Zukunftstechnologien können nachhaltig zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen? Und wie unterstützen Wissenschaft und Verbände die Unternehmen?

WERKWANDEL 02/2022 Arbeitswelt vor Ort Weltweit größte Produktionsstätte für Verpackungsstahl: thyssenkrupp Rasselstein GmbH | Foto: © Unternehmen Wie ein Industrieunternehmen zu einem Nachhaltigkeitszielbild kommt Einblick in das methodische Vorgehen der thyssenkrupp Rasselstein GmbH Die geplante europäische Transformation zu einer klimaneutralen und nachhaltigen Wirtschaft stellt viele Unternehmen vor große Herausforderungen. Besonders betroffen sind energieintensive Betriebe der Metallindustrie, die Stahl erzeugen und verarbeiten. Hierzu gehört auch die thyssenkrupp Rasselstein GmbH. Hier lesen Sie, mit welchen Schritten sich dieses Unternehmen der Herausforderung erfolgreich stellt. Basis für die Zukunftsbewältigung: das Nachhaltigkeitszielbild Zielgerichtetes Vorgehen ist nötig, um die vielfältigen Themenfelder und die daraus resultierenden Herausforderungen der nächsten Dekaden in Unternehmen erfolgreich bewältigen zu können. Unternehmen brauchen dafür ein klares Nachhaltigkeitszielbild mit passenden Strategien. Denn nur wer sich auf das Wesentliche und Machbare konzentriert und schrittweise vorgeht, kann si- 20

WERKWANDEL 02/2022 Arbeitswelt vor Ort Die systematische Entwicklung eines betrieblichen Nachhaltigkeitszielbilds ist eine wichtige Basis, um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern Dr. Peter Biele, CEO von thyssenkrupp Rasselstein DAS UNTERNEHMEN Die thyssenkrupp Rasselstein GmbH gehört zu den global führenden Anbietern von hochwertigem, präzisionsgefertigtem Verpackungsstahl. In Andernach steht die weltweit größte Produktionsstätte dieser Art. Jährlich stellt das Unternehmen rund 1,5 Millionen Tonnen Verpackungsstahl her. Die 2400 Mitarbeitenden bedienen rund 400 Kunden in 80 Ländern — sie produzieren Lebensmittel- und Tiernahrungsdosen, Getränke- und Aerosoldosen, Behälter für chemisch-technische Füllgüter sowie Kronkorken und Drehverschlüsse. cherstellen, dass begrenzte finanzielle und personelle Ressourcen von Unternehmen effizient zur Nachhaltigkeitstransformation eingesetzt werden. »Die systematische Entwicklung eines betrieblichen Nachhaltigkeitszielbilds ist eine wichtige Basis, um den Unternehmenserfolg langfristig zu sichern«, erklärt Dr. Peter Biele (CEO von thyssenkrupp Rasselstein). Erster Schritt: Zielbild- und Strategieentwicklungsprozess Der erste Schritt hierzu ist ein Zielbild- und Strategieentwicklungsprozess. Dieser muss den betriebsspezifischen Rahmenbedingungen und Anforderungen folgen. Lesen Sie mehr über Vorgehensweise, Methoden und Ergebnisse bei thyssenkrupp Rasselstein. Die Entwicklung des Zielbilds wurde durch den Bereich »Sustainability & Digitalization« koordiniert und im Rahmen einer mehrteiligen Workshopreihe (siehe »Übersicht Workshops — Arbeitsinhalte zur Zielbildentwicklung«) unter Beteiligung aller Ressorts (Vertrieb, Finanzen, Technik & Personal), des Betriebsrats sowie unterstützt durch das ifaa durchgeführt. Workshops WS 1 WS 2 WS 3 WS 4 Arbeitsinhalte zur Zielbildentwicklung › Abstimmung Vorgehensweise, Ziele und Erwartungen › Sammlung Nachhaltigkeitsthemen Bereiche (Finanzen, Technik, Vertrieb, Personal, BR) › Identifizierung wesentliche Nachhaltigkeitsthemen für das Unternehmen › Identifizierung wesentliche externe Anspruchsgruppen › Anforderungen, Vorgaben und Themen durch Konzern › Betrachtung Nachhaltigkeit aus Kundensicht › Bewertung Relevanz Nachaltigkeitsthemen für Unternehmen und Stakeholder › Selbstreflexion Stärken und Schwächen Nachhaltigkeit › Selbstreflexion Chancen und Risiken Nachhaltigkeit › Erstellung Wesentlichkeitsmatrix für Nachhaltigkeitsthemen › Clusterung Nachhaltigkeitsthemen zu übergeordneten Ziel-/Handlungsfeldern Akzeptanz durch Beteiligung Durch Beteiligung aller Ressorts und beider Betriebsparteien wurde sichergestellt, dass die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Thema »Nachhaltigkeit« berücksichtigt werden. So wurde die Akzeptanz des entwickelten Zielbilds auf eine breitere Basis gestellt. Als Methoden wurden eingesetzt: ›› Brainstorming, ›› Pareto-, › › › SWOT- sowie eine › Wesentlichkeitsanalyse. WS 5 WS 6 › Formulierung Bedeutung, Zweck und Nutzen Nachhaltigkeit › Entwurf Zielbild/Zielsystem Nachaltigkeit › Formulierung der Nachhaltigkeitsziele für wesentliche Ziel-/Handlungsfelder › Detaillierung und Visualisierung Gesamtzielbild Nachhaltigkeit › Festlegung weitere Schritte und Maßnahmen Vorgehensweise und Inhalte der Workshopreihe zur Entwicklung des Nachhaltigkeitszielbilds der thyssenkrupp Rasselstein GmbH 21

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