Aufrufe
vor 6 Monaten

WERKWANDEL 2_2022

  • Text
  • Digitalisierung
  • Entwicklung
  • Deutschen
  • Wirtschaft
  • Arbeitswissenschaft
  • Institut
  • Arbeitswelt
  • Ifaa
  • Werkwandel
  • Nachhaltigkeit
  • Unternehmen
WERKWANDEL -Schwerpunktausgabe Nachhaltigkeit WERKWANDEL widmet Nachhaltigkeit eine Sonderausgabe und betrachtet die Aktivitäten rund um das Thema aus verschiedenen Perspektiven: Wie gehen kleine und mittlere Unternehmen mit den Anforderungen um? Wie wird ein Nachhaltigkeitszielbild entwickelt? Welche Zukunftstechnologien können nachhaltig zur Wettbewerbsfähigkeit beitragen? Und wie unterstützen Wissenschaft und Verbände die Unternehmen?

WERKWANDEL 02/2022 Kurzweiliges Foto: © Chepko Danil/stock.adobe.com Alles Grün? GREEN AIRLINES Grüner Luftverkehr: Auch wenn der Luftverkehr einen geringen Teil der gesamten globalen Treibhausgasemissionen verursacht, ist der Emissionsausstoß des internationalen Luftverkehrs problematisch: Denn in diesem Bereich sind die Emissionen besonders stark angestiegen. Die Globalisierung der Wirtschaft trägt durch internationalen Handel, internationale Produktionsstätten und damit verbundene häufige In- und Auslandsflüge zur Geschäftsreise maßgeblich dazu bei. Immerhin hat das im Zeitraum der Coronakrise notwendig gewordene Umdenken in Bezug auf digitale Alternativen zu Präsenz-Meetings und Geschäftsterminen zu einem Umdenken geführt: Die zwingende Notwendigkeit von häufigen Meetings vor Ort und damit verbundenen Geschäftsreisen kann in Frage gestellt werden. → GREEN BONDS Impact-Investing: Green Bonds oder grüne Anleihen bieten bezüglich Struktur, Rendite und Risiko ähnliche Vorteile wie konventionelle Anleihen. Die Erlöse werden jedoch gezielt zur Finanzierung nachhaltiger Klimaschutz- oder Umweltprojekten verwendet. Führend bezüglich der Anzahl geförderter Projekte sind erneuerbare Energien, gefolgt von der Finanzierung umweltfreundlicher Gebäude. → GREEN CITY Grüne Lebensräume: Viele Großstädte wie Düsseldorf, Stuttgart, München haben sich das Thema »Nachhaltigkeit« auch durch eine Umgestaltung der Innenstädte auf die politische Agenda gesetzt. In Düsseldorf wurde mit dem Kö-Bogen II beispielsweise die größte Grünfassade Europas geschaffen. Mehr als acht Kilometer Hainbuchenhecke und mehr als 30 000 Pflanzen tragen allein in diesem Bauprojekt des renommierten Architekturbüros Ingenhoven zur umfangreichen Neugestaltung des Düsseldorfer Stadtzentrums bei. → GREEN DEAL Grüne Zukunft für Europa: Durch den europäischen Green Deal soll die Transformation in eine moderne, zukunftsfähige und ressourcenschonende Wirtschaft gelingen, um die Lebensqualität heutiger und zukünftiger Generationen zu erhalten und nachhaltig zu verbessern. Im Fokus stehen hierbei das Klima, die Energiewirtschaft, die Landwirtschaft, die Industrie, Ozeane, der Verkehr, die Finanzwirtschaft, regionale Entwicklung sowie Forschung und Innovation. → GREEN ENERGY Grüne Energieversorgung: Mit einem Anteil regenerativer Energien von 19,7 Prozent des nationalen Endenergieverbrauchs konnte Deutschland sein in der EU-Richtlinie zur Förderung erneuerbarer Energien (2009/28/EC) definiertes Ziel von 18 Prozent erreichen. Durch den Einsatz regenerativer Energien können Emissionen deutlich gesenkt und der Klimawandel aktiv abgebremst werden. Allein im Jahr 2021 konnten so klimaschädliche Treibhausgas-Emissionen um rund 221 Millionen CO 2 -Äquivalenten reduziert werden. Zum Vergleich: Im Jahr zuvor fielen in Deutschland über alle Sektoren hinweg rund 729 Millionen CO 2 -Äquivalente an. → → Foto: © Dominique/stock.adobe.com 56

WERKWANDEL 02/2022 Kurzweiliges Foto: © willyam/stock.adobe.com GREEN ETF Grünes Investment: Exchange Traded Funds (ETFs) sind heute als börsengehandelte Indexfonds eine gängige Alternative zu aktiv gemanagten Fonds. Denn sie ermöglichen es, kostengünstig in ganze Märkte und somit eine große Vielzahl an Unternehmen weltweit zu investieren. Mitte 2021 fokussierten sich bereits 320 ETFs und 30 aktiv gemanagte ETFs auf Nachhaltigkeit. Die Zusammensetzung dieser Green-ETFs erfolgt nach klar definierten ökologischen und/oder sozialen Kriterien. Somit können Anleger durch ihre Investition neben der Erzielung einer Rendite gleichzeitig einen Zusatznutzen generieren und eine ökologische und soziale Entwicklung fördern. → GREEN ECONOMY Grüne Wirtschaftsagenda: Ziel der Green Economy-Agenda ist eine wettbewerbsfähige sowie gleichzeitig sozial- und umweltverträgliche Wirtschaft. Diese soll nachhaltiges Wachstum ermöglichen und so eine hohe Lebensqualität und Wohlstand für heutige, aber auch für zukünftige Generationen sichern. Als wichtiger Bestandteil der High Tech 2025-Strategie der Bundesregierung soll nachhaltiges Wirtschaften den Wohlstand und die Lebensqualität in Deutschland nachhaltig sichern. → GREEN FACTORY Nachhaltige Produktion: Durch den Einsatz moderner Technologien kann nachhaltig der Ressourcenverbrauch und der Anfall an Emissionen gesenkt werden und eine Win-Win-Situation für Unternehmen, Umwelt und lokale Communities geschaffen werden. Ein erfolgreiches Best Practice-Beispiel ist beispielsweise die Alois Müller GmbH. Dieser gelang es, durch den Einsatz moderner Technologien und den Einsatz regenerativer Energien am Hauptstandort Ungerhausen einen nahezu energieautarken Produktions- und Bürostandort zu schaffen. → GREEN FUTURE Grüne Zukunft: Nicht nur für führende Unternehmen sowie europäische und globale Institutionen nimmt das Thema »Nachhaltigkeit« einen hohen Stellenwert ein. Auch in Bevölkerungsumfragen zeigt sich, dass die Mehrheit der Bevölkerung Nachhaltigkeitsthemen wie den Klimaschutz nicht nur für wichtig, sondern für sehr wichtig hält. Somit ist das Thema »Nachhaltigkeit« nicht nur objektiv bemessen an wissenschaftlichen Fakten, sondern auch subjektiv in den Augen der Bevölkerung zur zentralen Herausforderung für unsere Gesellschaft geworden und wird die Weltgemeinschaft in den nächsten Jahrzehnten intensiv begleiten. → GREEN GROWTH Nachhaltiges Wachstum: Das Streben nach volkswirtschaftlichem Wachstum mit ausschließlichem Fokus auf ökonomische Ziele hat in der Vergangenheit zu zahlreichen Umweltbelastungen und sozialer Ungleichheit beigetragen. Steigende Emissionen durch Industrie, Verkehr und Konsum treiben den Klimawandel. Schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Entlohnung in für europäische Unternehmen produzierende Entwicklungsländer sind ein weiteres großes Problem der Weltgemeinschaft. Green Growth soll durch Einbezug ökologischer und sozialer Ziele zu gesundem und nachhaltigem Wachstum führen, von dem sowohl heutige als auch kommende Generationen profitieren. → GREEN IT Grüne Digitalisierung: Auch Digitalisierung kann Umwelt und Klima stark belasten. Die Herstellung von Hardware ist mit hohem Verbrauch von Rohstoffen und Ressourcen und darüber hinaus mit der Entstehung zahlreicher Emissionen verbunden. Die Nutzung digitaler Dienste verbraucht ebenfalls hohe Ressourcen. Grüne Informationstechnik verfolgt das Ziel, die Digitalisierung ressourceneffizient, umweltverträglich und nachhaltig zu gestalten. Im Fokus stehen dabei Hardware, Software, Netze, digitale Dienste und auch Rechenzentren. In Frankfurt am Main entfällt beispielsweise rund ein Fünftel des Stromverbrauchs auf die dort ansässigen Rechenzentren. Green IT bietet ein hohes Potenzial für eine nachhaltigere Gesellschaft. → Foto: © willyam/stock.adobe.com GREEN TECH Grüne Transformation: Unternehmen, die Technologien und Dienstleistungen anbieten, die den ökologischen Wandel in der Industrie und Gesellschaft unterstützen, gewinnen sowohl global als auch am Industrie- und Technologiestandort Deutschland eine wachsende Bedeutung. Das Marktvolumen der Branche betrug in 2020 rund 392 Milliarden Euro. Es wird sich laut Prognosen bis zum Jahr 2030 auf 856 Milliarden Euro steigern. Das entspricht einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von mehr als acht Prozent. → GREEN NUDGING Grünes Wachstum motivieren: Mit Hilfe verhaltensökonomischer Instrumente und Anreizsysteme können Konsumenten potenziell in Richtung eines nachhaltigeren und bewussteren Konsumverhaltens beeinflusst werden. Das schafft eine Win-Win-Situation für Verbraucher, Umwelt und Gesellschaft. Beispiele sind das Gegenüberstellen des jährlichen Stromverbrauchs eines Haushaltes mit einer Referenzgruppe wie der Nachbarschaft oder gleich großer Haushalte oder das Anbieten kostenloser ÖPVN-Tickets. → GREENWASHING Grüne Mogelpackung: Greenwashing beschreibt das Vortäuschen von Nachhaltigkeit aus PR-Gründen. Um Greenwashing vorzubeugen und transparenter zu machen, wurden zahlreiche Umweltzertifikate und Umweltsiegel für Produkte geschaffen. Selbst an den Finanzmärkten werden Unternehmen heute anhand von ESG-Scores in ökologischen und sozialen Dimensionen bewertet und gerankt, um mehr Transparenz in Bezug auf den tatsächlichen Grad ihrer Nachhaltigkeit zu schaffen. → Autorin +49 211 542263-35 Isabella Urban, B. Sc. Studentische Mitarbeiterin Fachbereich Arbeits- und Leistungsfähigkeit ifaa — Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. Isabella Urban, Masterstudentin Unternehmensentwicklung & Strategisches Management, glaubt, dass Nachhaltigkeitsstrategien hohe Entwicklungspotenziale bieten. 57 57

© 2021 ifaa – Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V.

DatenschutzImpressum