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WERKWANDEL

WERKWANDEL 03/2022 Wissenschaft direkt Erfolgreiches Innovationsmanagement führt dazu, dass ausreichend neue Ideen kontinuierlich entwickelt und zum richtigen Zeitpunkt im Markt gelauncht werden. Um Innovationen zu entwickeln, müssen die Mitarbeitenden qualifiziert sein, und benötigen entsprechende Freiräume und Ressourcen, um an diesen arbeiten zu können. Um mit Innovationen neue Umsätze zu generieren, ist die Bereitschaft erforderlich, Risiken einzugehen, aber auch ein schnelles und gutes Projektmanagement. Freiräume sind wichtig, um Innovationspotenziale freizusetzen Die Ergebnisse in der folgenden Abbildung zeigen, dass die Mitarbeitenden zwar viele Ideen haben (86 Prozent stimmen zu), allerdings sieht nur noch die Hälfte (55 Prozent) der Befragten die Entfaltungsmöglichkeiten der Mitarbeitenden positiv. Kreative Freiräume im ansonsten durchgetakteten Alltag, Methodenwissen und Werkzeuge zur Ideengenerierung sind aber wichtige Voraussetzungen, um das vorhandene kreative Potenzial auch wirklich freizusetzen. Nur wenn genügend Personal für Innovation zur Verfügung steht, kann eine ausreichend große Anzahl an kreativen Ideen entwickelt werden. Dies ist allerdings nur in gut einem Drittel der Unternehmen der Fall. Gefragt ist Mut zur Umsetzung neuer Ideen! Genauso wichtig wie die Zahl der Ideen ist der darauffolgende Umsetzungsprozess von der Idee zum Produkt. Eine gute Idee ist wirtschaftlich nur dann erfolgreich, wenn sie früh am Markt platziert wird und so einen Innovationsvorsprung erzeugt. Bei der Risikofreude, Zeitplaneinhaltung und Realisierungsgeschwindigkeit sehen 60 Prozent der Befragten die größten Probleme. Weitere Hemmnisse ergeben sich vor allem auf der organisationalen Ebene und in der Marktbeurteilung (siehe nachfolgende Abbildung). Die Befragten bemängeln vor allem, dass nicht genügend Zeit und Budget für Innovation zur Verfügung stehen. Zudem kritisiert die Hälfte der Unternehmen eine innovationshemmende Unternehmenskultur. Interessant ist, dass zu den Top 3-Hemmnissen auch »Unsicherheiten bezüglich der Marktnachfrage nach innovativen Produkten« gehören. Woran liegt das? Sind die Veränderungen in der eigenen Branche besonders dynamisch? Oder liegen schlicht zu wenig Kenntnisse über den Markt im Allgemeinen vor? Die Einbindung der Kundinnen und Kunden, aber auch der Zulieferer in den Entwicklungsprozess kann hier sehr weiterhelfen. Der Prozess der »Co-Creation« führt zu einem besseren Marktverständnis; Marktströmungen und innovative Chancen werden früher erkannt. Bislang binden aber nur 50 Prozent der Unternehmen ihre Kunden und 44 Prozent ihre Zulieferer in den Innovationsprozess ein. Vorbehalte gegen diese Art der offenen Zusammenarbeit finden sich häufig, und als Argumente werden mangelnde Geheimhaltung und der entstehende Aufwand genannt. Allerdings führt eine frühzeitige Einbindung externer Partner eben auch dazu, Fehlannahmen zu erkennen und früh eine Idee wieder zu verwerfen. Damit werden Ressourcen und Zeit freigesetzt, die nutzbar für die Arbeit an erfolgversprechenderen Projekten ist. Unsere Mitarbeiter haben insgesamt viele gute eigene Ideen. Den Mitarbeitern werden viele Möglichkeiten (z. B. kreative Freiräume,Tools etc.) zur Ideengenerierung geboten. Unser Unternehmen bringt Produkte/Dienstleistungen schneller auf den Markt als die Mitbewerber. Bei Entwicklungsprojekten wird der gesetzte Zeitplan in der Regeleingehalten. Bei der Umsetzung neuer Ideen sind wir risikofreudig. Es steht genügend Personal für die Entwicklung neuer Ideen zurVerfügung. 14,5 % 85,5 % 44,6 % 55,4 % 61,5 % 38,5 % 61,8 % 38,2 % 62,6 % 37,4 % 64,6 % 35,4 % Frage: Denken Sie bitte an die Themen, an denen Sie in den letzten 3 Jahren im TIM gearbeitet haben und bewerten Sie die folgenden Aussagen: Single Choice, n = 401. Erfolgsfaktoren im TIM nicht zutreffend zutreffend 36

WERKWANDEL 03/2022 Wissenschaft direkt Mangel an Zeit im Unternehmen. Mangelndes internes Budget im Unternehmen/Geschäftsbereich. Unsicherheit bezgl. der Nachfrage nach innovativen Produkten/Dienstleistungen. Notwendigkeit, gesetzlichen Vorschriften zu entsprechen. Übermäßig wahrgenommene wirtschaftliche Risiken. Markt wird von etablierten Unternehmen dominiert. Innovationshemmende Unternehmenskultur. Umsatzpotentiale als zu niedrig eingeschätzt (in Relation zu d. Kosten). Unzureichende Vermarktungsressourcen für neue Ideen. Mangelnde externe Finanzierung von Innovationsprojekten (Förderung, Kredite etc.). Mangel an Informationen über neue Technologien. Schwierigkeiten bei der Suche nach Kooperationspartnern. Mangel an Informationen über den Markt. 31,0 % 69,0 % 37,4 % 62,6 % 40,5 % 59,5 % 44,5 % 55,5 % 45,2 % 54,8 % 46,0 % 54,0 % 47,1 % 52,9 % 49,5 % 50,5 % 55,3 % 44,7 % 58,5 % 41,5 % 60,9 % 39,1 % 61,9 % 38,1 % 69,6% 30,4 % Frage: Innovationen scheitern oft. Wenn Sie auf Ihre Erfahrung der letzten 3 Jahre zurückblicken, welche Faktoren verhindern in Ihrem Unternehmen Innovationen? Single Choice, n=380. nicht zutreffend zutreffend Hindernisse im TIM Agile Innovationsmethoden sind wichtig! Ebenso können agile Strukturen und Methoden dazu beitragen, in einem komplexen und dynamischen Umfeld schneller auf veränderte Kundenanforderungen und Rahmenbedingungen zu reagieren. Die Bedeutung von Agilität wird von den meisten Unternehmen verstanden: Rund 94 Prozent der Befragten sehen den Einsatz agiler Innovationsmethoden als eher wichtig oder wichtig an. Allerdings werden agile Innovationsmethoden nur von 16,7 Prozent der Unternehmen sehr oft genutzt. Hier zeigt sich ein deutliches Verbesserungspotenzial, da wahrgenommene Wichtigkeit und Umsetzung noch weit auseinanderliegen. Literatur Ahrens K, Sala A, Schaff A (2021) Studie zum Technologieund Innovationsmanagement-Methodeneinsatz, Ausgestaltung und Erfolgsfaktoren. MA Akademie Verlags- und Druck-Gesellschaft mbH, Essen ÜBER DIE AUTOREN Arnd Schaff begann seine berufliche Karriere nach dem Studium der Physik und der Promotion in Physikalischer Chemie als Unternehmensberater und beschäftigte sich mit Reorganisations- und Restrukturierungsaufgaben. 2002 wechselte er in die produzierende Industrie, wo er als Geschäftsführer und Vorstand in international tätigen Konzernen beschäftigt war. Im Jahr 2015 begann Arnd Schaff seine Lehrtätigkeit, seit 2017 ist er als Professor mit dem Spezialgebiet Change Management an der FOM Hochschule tätig. Daneben unterhält er in Essen eine Praxis für Psychotherapie und ein Beratungsunternehmen, in dem er sich unter anderem dem Innovationsmanagement widmet. Kornelia Ahrens ist als Dozentin für Konsumentenpsychologie und Innovationsmanagement an der FOM Hochschule in Bonn und Köln tätig und ist Research Fellow des KCT KompetenzCentrum für Technologie- & Innovationsmanagement. Sie berät darüber hinaus deutschlandweit Unternehmen in Innovations- und digitalen Transformationsprojekten, kundenzentrierter Produkt- und Serviceentwicklung und Human-Computer-Interaction-Themen. Autoren + 49 201 87577860 + 49 ?? Prof. Dr. Arnd Schaff Professur für allgemeine Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Change Management FOM Hochschule für Oekonomie & Management Arnd Schaff meint, dass kürzer werdende Produktlebenszyklen ein professionelles Technologie- und Innovationsmanagement (TIM) erfordern. Dipl.-Psych./Dipl.-Kffr. (FH) Kornelia Ahrens Geschäftsführerin 1nnovation Zone GmbH & Research Fellow am KCT KompetenzCentrum für Technologie- & Innovationsmanagement der FOM Hochschule Kornelia Ahrens glaubt: Agile Methoden können helfen, schneller auf veränderte Kundenanforderungen zu reagieren. 37

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