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WERKWANDEL

WERKWANDEL 03/2022 Zukunftsgespräch IoT-Plattformen in der Cloud erlauben die Verwaltung von Geräten und Benutzern. Die Gerätedaten müssen in einer Datenbank gespeichert und über Schnittstellen zur Verfügung gestellt werden. Nutzbar wird alles erst durch entsprechende Anwendungen. Beispielsweise eine Mobile App für die Kunden oder ein Portal für die Service-Mitarbeiter. Mindestens genauso wichtig sind aber auch die Veränderungen im Unternehmen. Die Einführung einer IoT-Lösung erfordert unternehmerisches Denken. Interne Prozesse müssen angepasst oder neue Prozesse eingeführt werden. Schließlich muss die Lösung betrieben werden, und Benutzer werden zukünftig auch Support benötigen. Hinzu kommt, dass Software ständiger Veränderung unterliegt. Neue Geräte sollen angebunden werden, und Nutzer wünschen sich weitere Funktionen. Deshalb ist eine (datengetriebene) Weiterentwicklung essenziell. Viele kleine und mittelständische Unternehmen verstehen heute, dass sie das alleine nicht bewältigen können. Deshalb holen sie erfahrene Partner wie tresmo an Bord, die als Full-Service- IoT-Partner das gesamte Vorhaben von der Idee bis zum Betrieb begleiten können. Zum Teil erreichen uns Anfragen zur Umsetzung von KI-basierten Tools. Dabei haben die Unternehmen ihre Hausaufgaben noch nicht gemacht. Konkret bedeutet das, der Einstieg in eine IoT- Lösung folgt immer drei Schritten. Wir nennen das die C-I-A Methode. 1. CONNECT: Die Geräte müssen vernetzt werden, die Daten in eine Cloud gelangen und über Apps zur Verfügung gestellt werden. 2. INTEGRATE: Die neuen Apps müssen in die bestehende Anwendungslandschaft integriert werden. In jedem Unternehmen gibt es eine Form von ERP und CRM oder anderen Systemen. Erst dann kann der dritte Schritt folgen. 3. AUTOMATE: KI, Predictive Maintenance und Pay-per-Use haben viel mit der Automatisierung von Prozessen und Entscheidungen zu tun. Dazu müssen vorher Geräte vernetzt und integriert werden. Deshalb haben wir für die ersten beiden Schritte konkrete Plug & Play-Lösungen konzipiert, die wir in Rekordgeschwindigkeit mit unseren Kunden realisieren können. Welche Lösungen können Sie bereits heute auf Basis von IoT realisieren? Behler: Überspitzt gesagt, alle. Durch unseren Ansatz nach dem Baukastenprinzip können wir viele unternehmensspezifische Anforderungen umsetzen. Wichtig ist dabei vor allem die Reihenfolge. Dank vernetztem Impfgerät und der passenden Mobile App entsteht ein digitales Ökosystem für die Veterinärmedizin. | Foto: tresmo 44

WERKWANDEL 03/2022 Zukunftsgespräch TRESMO-PROJEKT »DIGITALES IMPFEN« FÜR DIE HENKE-SASS, WOLF GMBH Die Henke-Sass, Wolf GmbH (HSW) ist ein mittelständisches Medizintechnikunternehmen im Bereich der Endoskopie mit Sitz in Tuttlingen (Baden-Württemberg). Das Unternehmen ist der weltweit technologisch führende OEM-Hersteller bei starren Endoskopen. Außerdem stellt Henke-Sass, Wolf zahnmedizinische Produkte sowie eine große Bandbreite an veterinärmedizinischen Produkten her. Das Unternehmen beschäftigt weltweit etwa 1500 Mitarbeiter. Welche Zielgruppen verfolgen Sie? Behler: Uns liegen die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) am Herzen. Viele Hidden Champions in Deutschland verkaufen Geräte, Maschinen und Anlagen im B2B- und B2C-Bereich. Die wenigsten haben bisher mit der Vernetzung ihrer Produkte begonnen. Dabei steckt in diesen Unternehmen ein immenses Potenzial für unsere deutsche Marktwirtschaft. Mit unseren Lösungen möchten wir den KMU den einfachen, zügigen und kostengünstigen Einstieg in das Internet der Dinge ermöglichen. Was sind die größten Erfolgsfaktoren beim Einführungsprozess von IoT? Behler: Zuallererst sollte die Frage des Kundennutzens vor der Frage der Technologie stehen. Konzentrieren Sie sich auf fachliche Zielsetzungen und Anforderungen. Versuchen Sie, Buzzwords wie »KI«, »Predictive« oder »Data Lake« zu vermeiden. Erfolgreiche Unternehmen sind in der Lage, die eigenen Kompetenzen einzuordnen und den richtigen Partner rechtzeitig einzubinden. Erarbeiten Sie bereits das Konzept zusammen. So können von Beginn an langfristige Zielsetzungen in sinnvolle Umfänge zum Start übersetzt werden. Denken Sie an die C-I-A Methode. Manche vielversprechenden Vorhaben scheitern letztlich am Budget. Zwar sind die Entwicklungskosten kalkuliert worden, aber über den Betrieb der Lösung wurde nicht nachgedacht. Das ist aber wichtig, um den Kostenverlauf richtig einzuschätzen. Last but not least: Digitalisierungsvorhaben sind kein Seitenprojekt. Machen Sie Ihr IoT-Projekt zur Chefsache. Unternehmerisches Denken ist der größte Erfolgsfaktor! Worin liegt zukünftig das größte Potenzial in der Anwendung von IoT? Behler: Wenn Sie mich fragen, wird kein Weg an digitalen Ökosystemen vorbeiführen. In der Zukunft wird ein signifikanter Teil der Wirtschaftsleistung durch die Vernetzung von Mensch und Maschine entstehen. Ein extremes Beispiel ist Apples App-Store. Im Jahr 2020 realisierte sich rund um die Plattform ein Umsatz von über 640 Milliarden US-$. Etwa 90 Prozent davon generierten Dritte, die Angebote und Dienste über Apps angeboten haben. Das ist eine unfassbare Zahl — mehr Umsatz als das Bruttoinlandsprodukt Österreichs und fast so viel, wie in der Schweiz. Es ist klar, dass dieses Beispiel ein Extrem darstellt. Es ist aber ein deutliches Signal, wohin die Reise geht. ÜBER DIE TRESMO GMBH Digital zukunftsfähig: Mit vernetzten und smarten Produkten. Seit mehr als zehn Jahren entwickelt die tresmo GmbH in Augsburg digital erfolgreiche Produkte und bietet flexibel anpassbare Lösungen für das Internet of Things (IoT). Ihre Mission: mittelständische Unternehmen und Hidden Champions durch vernetzte und smarte Produkte an profitablen digitalen Ökosystem teilnehmen zu lassen. Ihre Lösungen erlauben zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, unter andere, Condition Monitoring, Predictive Maintenance, Pay-per-Use, As-a-Service, Remote Management und Data Analytics. So hat tresmo bereits digitale Erfolge erzielt. Zu ihren Kunden gehören beispielsweise Vorwerk, KUKA, TRUMPF, Viessmann, Henke Sass Wolf und Witty. Autorin +49 211 542263-26 Christine Molketin M. A. Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ifaa — Institut für angewandte Arbeitswissenschaft e. V. Christine Molketin sieht gerade für KMU große Potenziale durch die Vernetzung ihrer Produkte. INTERVIEWPARTNER Bernd Behler ist Gründer und Geschäftsführer der tresmo GmbH in Augsburg. Er ist Mitgründer und einer von drei Geschäftsführern des Augsburger IoT-Spezialisten tresmo. In seiner Funktion als CTO treibt er die Strategie, technische Ausrichtung und Unternehmensentwicklung voran. Seit mehr als zehn Jahren begleitet er als IoT-Experte mit seinem Team Unternehmen auf ihrem Weg zu »smarten Produkten«. 45

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